
Manchmal sind es die kleinsten Dinge im Camperleben, die den größten Unterschied machen – und heute wollen wir mal über ein Thema reden, das meistens dezent hinter der Badezimmertür bleibt. Unsere Kleinkläranlage auf dem Platz leistet treue Dienste, aber gerade wenn es im Sommer so richtig voll und gemütlich wird, stößt sie doch mal an ihre Kapazitätsgrenzen. Um der Natur und unserer Technik etwas Gutes zu tun, laden wir euch ein, gemeinsam mit uns über eine ziemlich saubere Alternative nachzudenken: die Trockentrenntoilette.
Wer jetzt denkt, das sei eine neumodische Öko-Spielerei, der irrt sich gewaltig. Ein kleiner Blick in die Geschichte zeigt nämlich, dass wir eigentlich nur zu unseren Wurzeln zurückkehren. Schon in der Antike, lange bevor wir auf die eigentlich kuriose Idee kamen, kostbares Trinkwasser zum Wegspülen von Hinterlassenschaften zu benutzen, waren Trocken- und Kompostsysteme der Goldstandard. Wikipedia weiß dazu Erstaunliches zu berichten: Während die Römer in ihren berühmten Prachtlatrinen noch in geselliger Runde nebeneinandersaßen und das Ganze mit einer ordentlichen Portion Schwung und Wasser erledigten, waren andere Völker schon einen Schritt weiter. In frühen Siedlungen nutzte man bereits trockene Gruben und Streu, um aus dem „Problem“ wertvollen Dünger zu machen. Man könnte also sagen, wer heute auf eine Trenntoilette umrüstet, ist kein moderner Exot, sondern führt eine jahrtausendealte Tradition fort – quasi kaiserliches Geschäftemachen ohne die feuchten Nebenwirkungen der römischen Massenabfertigung.

Das Prinzip ist dabei so simpel wie genial und kommt ganz ohne die chemische Keule aus, die man sonst oft in den blauen Kanistern mit sich herumschleppt. Durch die einfache Trennung von Festem und Flüssigem entsteht gar nicht erst dieser typische Geruch, den wir alle vom Campingklo kennen – stattdessen duftet es dank einer Handvoll Sägespäne oder Kokosfaser eher nach Wald und Abenteuer. Man ist nicht mehr ständig auf der Suche nach der nächsten Entsorgungsstation, spart ganz nebenbei unzählige Liter Wasser und muss sich nicht mehr fragen, welche chemischen Substanzen da eigentlich gerade im Tank vor sich hin blubbern.

Wir finden die Vorstellung schön, dass unser Platz durch solche kleinen Veränderungen noch ein Stückchen grüner wird. Niemand muss morgen mit dem Stemmeisen sein ganzes Bad rausreißen, aber falls ihr ohnehin über eine Modernisierung nachdenkt oder euch der nächste schwere Gang zur Entsorgung mal wieder zu mühsam wird, ist die Trockentrenntoilette vielleicht genau das Richtige für euch. Es ist ein kleiner Schritt für den Camper, aber eine riesige Erleichterung für unsere Kläranlage. Wenn ihr neugierig geworden seid, schnackt uns einfach an – wir tauschen uns gerne über Erfahrungen und Möglichkeiten aus.
